Orlando di Lasso

Orlando di Lasso wurde um 1532 in Mons (Hennegau) geboren und starb am 14. Juli 1594 in München. Er war neben Giovanni Pierluigi da Palestrina einer der bedeutendsten Komponisten der Hochrenaissance.

Der Name des Komponisten kommt in lat., frz. und it. Fassung vor als Orlandus Lassus, Orlande oder Roland de Lattre und in der gebräuchlichen Schreibform Orlando di Lasso.

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Lasso als Chorsänger an der Kirche S. Nicolas in Mons. Aufgrund seiner auffallenden Begabung kam er schon 1545 als Chorknabe nach Palermo, Neapel und Mailand. In dieser Zeit lernte er vor allem die weltliche Musik Italiens kennen, wie sie in Adelskreisen damals beliebt war und gepflegt wurde.

In Rom wurde der Florentiner Erzbischof Antonio Altoviti sein Gönner. Vermutlich durch dessen Einfluss wurde er im Frühjahr 1553 Kapellmeister an der Kirche S. Giovanni in Laterano, also Leiter der päpstlichen Kapelle. Seit dieser Zeit bevorzugte Lasso die italienische Form seines Namens.

1554 verließ Lasso Rom, um in seine Heimat zurückzukehren. Er reiste über Frankreich und England nach Antwerpen, wo er 1555 den 1. Band seiner vierstimmigen Madrigale veröffentlichte. 1556 berief ihn Herzog Albrecht V. von Bayern als Leiter der Hofkapelle nach München. 1560 übernahm er dieses Amt und blieb dort bis an sein Lebensende. Lassos Grabstätte befindet sich auf dem alten Franziskanerfriedhof.

Orlando di Lasso hinterließ mehr als 2000 Kompositionen. Sein Hauptwerk "Magnum opus musicum" allein umfasst 516 Motetten. Außerdem schrieb er 150 französische Chansons, 200 italienische Madrigale, sieben Bücher deutsche Lieder, 50 Messen, Offizien, Passionen und Magnifikats.